Das Zimmer trägt den Namen des Malers, der den Lauf der westlichen Kunst veränderte — und der zehn Minuten von hier entfernt geboren wurde. Doppelzimmer im ersten Stock, Südwest-Ausrichtung, warmes Nachmittagslicht.
Jetzt buchen →Giotto di Bondone wurde um 1267 in Vespignano, einem Weiler von Vicchio, in eine Familie von Kleinbauern geboren. Die wichtigste Quelle ist Giorgio Vasaris Lebensbeschreibungen der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Architekten (1550, zweite Auflage 1568), die seine Begegnung mit Cimabue schildert, als der Junge auf einem flachen Stein ein Schaf zeichnete. Die Geschichte findet sich auch in Lorenzo Ghibertis Commentarii (um 1450) und in Filippo Villanis De origine civitatis Florentiae (1395).
In Florenz, in Cimabues Werkstatt, lernte Giotto die Temperamalerei auf Tafel und die Freskotechnik. Zu seinen dokumentierten Werken gehören: der Franziskus-Zyklus in der Oberkirche von Assisi (zugeschrieben, 1295–1299), die Scrovegni-Kapelle in Padua (1303–1305), das Kruzifix von Santa Maria Novella (um 1290–1295), das Badia-Polyptychon (um 1300) und der Entwurf des Glockenturms des Florentiner Doms, begonnen 1334. Er starb am 8. Januar 1337 in Florenz.
Seine malerische Revolution — untersucht in Standardwerken wie Miklós Boskovits' Giotto e i giotteschi (Giunti, 2000) — bestand darin, den menschlichen Figuren Volumen, Gewicht und Gefühl zurückzugeben und mit der flachen Frontalität der byzantinischen Malerei zu brechen. Vasari fasst es zusammen: „Giotto gab der Malerei jene Vollkommenheit und Größe zurück, die die Alten gekannt hatten."
Das Giotto-Haus in Colle di Vespignano ist ganzjährig täglich geöffnet, der Eintritt ist frei. Neben dem restaurierten Bauernhaus befindet sich ein kleines Dokumentationszentrum, betrieben von der Gemeinde Vicchio. Es liegt 12 km vom Haus entfernt, etwa 20 Autominuten über die SS551.
Zwischen den Steinen von Vespignano ging einst ein Hirtenjunge, der auf Felsen zeichnete.— Giorgio Vasari, Vite, 1550